Safari des Lebens – von der Verantwortung für die eigene Führung

„Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle mit dem Wissen, dass sie dem schnellsten Löwen entkommen muss, damit sie nicht getötet wird. Jeden Morgen erwacht in Afrika ein Löwe mit dem Wissen, dass er schneller sein muss als die langsamste Gazelle, damit er nicht verhungert. Ganz gleich ob Du Gazelle oder Löwe bist: bevor die Sonne aufgeht, wärst Du besser schon losgerannt.“

Mit diesem Zitat von Muhammad ibn Raschid Al Maktum, dem Premierminister der Vereinigten Arabischem Emirate und dem Herrscher des Emirats Dubai, starten Artikel, Bücher und Vorträge, in denen es um Führung, Wettbewerb, Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg geht. „Losrennen“ ohne sich dem eigenen ICH, den eigenen Zielen, den eigenen Fähigkeiten bewusst zu sein? „Losrennen“ als Wirtschaftsstrategie, Aktionismus als Credo, Wachstum als neue Religion? Was wird damit wirklich besser?

Ich sitze auf einem Stein, mitten im Wald. Ich bin früh aufgestanden. Losgegangen – nur aus einem einzigen Grund – um langsam sein zu können. Mein Hund neben mir, läuft seit 1 Stunde ruhig neben mir, ohne durch den Wald zu hetzen, wie ich es sonst von ihm aus dem kleinen Park meiner Großstadt gewohnt bin. Er läuft, sieht mich an, bleibt kurz einmal stehen und begibt sich wieder an meine Seite. Kontinuität durch Fokussierung, durch Langsamkeit. Und nun sitze ich seit 2 Stunden hier auf etwas Rinde und lese das kleine, fast unscheinbare Buch, was soviel in mir bewegt hat, was mir den Weg zur neuen Langsamkeit zeigt, selbst wenn ich oft noch viel zu schnell, mit viel zu viel Aktionismus unterwegs bin.

Es ist eine Geschichte eines Mannes auf einer Wandertour durch Afrika. Jack, der Protagonist des Buches, hat davon geträumt, in Afrika sein Glück zu finden. Er ist losgerannt – ohne zu wissen – WAS SEIN GLÜCK IST – WAS IHN GLÜCKLICH macht. Hauptsache LOS. Und er lernt von einer alten Frau, die er in Afrika trifft und mit der er gemeinsam diese Reise bestreitet, eine neue Sicht auf sich und sein Leben. „Es gibt einen Ort in unserer Seele, an dem wir unsere größten Wünsche aufbewahren. Diese Wünsche sind unserer Lebensziele, unsere Big Five for Life.“

Ich denke darüber nach, wie oft ich mir irgendwas gekauft habe, was ich unbedingt haben wollte. Wie oft ich bei einer Feier dabei war, einen Film gesehen, einen Termin gemacht oder noch schnell einen SMS geschrieben habe, von der ich dachte, das ich damit meinem Glück näher komme. Und wie oft ich dabei den Menschen neben mir, die Natur um mich herum und mein SEIN in mir vergaß.

Ma Ma Gombe, die alte Frau, die Jack durch Afrika begleitet, bringt es auf den Punkt. “Die Art, wie wir unser leben verbringen, wie wir existieren, unsere Umgebung, das, was wir jeden Tag tun, junger Jack, all das ist so, wie wir es uns aussuchen. All das kann unsere Realität sein – sobald wir nur unseren Geist dafür öffnen und erkennen, dass es genauso real ist und genauso eine Möglichkeit wie alle anderen.“

Die Realität des Menschen ist SEINE Realität. Sie beginnt im Kopf. Und was alle neurologischen Forschungen immer wieder bestätigen – wir sind die Erschaffer unserer eigenen Realität. Albert Camus (französischer Erzähler) schrieb einmal: Der Mensch ist nichts an sich. Er ist nur eine grenzenlose Chance. Aber er ist der grenzenlos Verantwortliche für diese Chance.

Wir sind verantwortlich für das, was um uns passiert. Wir sind Gestalter und somit auch Entscheider über diese Realität. Und kein System, keine Religion, kein Glaube und keine Firmenzugehörigkeit kann uns von der Verantwortung für unser eigenes handeln befreien.

Personen und Organisationen dabei zu unterstützen die eigene Wirksamkeit zu erfahren und durch klare Ziele und einen authentischen Weg dieser Verantwortung gerecht zu werden – dass ist der Anspruch des Instituts für Verhaltensökonomie.

Egal ob Sie Löwe oder Gazelle sind – sie müssen beides authentisch sein. Sonst sind sie nie irgendwas.