Die Argumentation der sogenannten Populist*innen entzieht sich zunächst scheinbar jeder sachlichen politischen Diskussion. Häufig erscheint die Begründungsstruktur selbstreferentiell; ihre Vertreter haben sich teilweise ideologisch effektiv gegen andere Sichtweisen immunisiert. Typischerweise werden zugespitzte Behauptungen aufgestellt oder das gesamte „Deutsche Volk“ betre ende Bedrohungsszenarien konstruiert. Bei faktenorientierter Hinterfragung oder dem Aufführung von Gegenbeispielen wird den Diskussionspartner*innen sofort die dialogische Gleichwürdigkeit entzogen, etwa mit dem Argument „die“ Presse verbreite doch ohnehin nur noch die Unwahrheit, die „etablierten Parteien“ seien völlig unglaubwürdig und „die“ Behörden würden Statistiken, beispielsweise über die Kriminalität von Menschen mit Migrationshintergrund systematisch fälschen. Die Sprache ist häufig emotionalisierend und dramatisierend, die übergeordnete Zielstellung scheint nicht der demokratische Diskurs, sondern die als notwendige Selbstverteidigung aufgefasste Abscha ung der Demokratie durch (gewalttätigen) Umsturz. Für die politische Kommunikation stellen diese propagandistischen Argumentationsfiguren eine hohe Herausforderung dar, da sie ein erhebliches Bedrohungspotential für die demokratische Gesellschaft beinhalten.

Dieses Programm richtet sich an Berufspolitiker*innen, mit dem Ziel, die kommunikations- und sozialpsychologischen Aspekte propagandistischer Kommunikation zu beleuchten und effektive Kommunikationsstrategien für die öffentlich geführte politische Debatte aufzuzeigen. Dabei wird prinzipiell davon ausgegangen, dass auch die sogenannten Populist*innen aus ihrer Sicht grundsätzlich positive Werte und konstruktive Absichten verfolgen und dass eine politisch wirksame Auseinandersetzung nur gelingen kann, wenn diese ernst genommen und gewürdigt werden.