Assessment Center

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Mehrere Personen sitzen an einem Tisch und hören einer sprechenden Person zu.

Kernaspekte von Assessment Centern

Ein Assessment-Center (AC) bezeichnet ein multimethodales Verfahren der Personalauswahl, bei dem mehrere Bewerbende anhand verschiedener Einzel- oder Gruppenübungen und Tests ihre Eignung für eine ausgeschriebene Stelle unter Beweis stellen. Eine Kommission aus Unternehmensvertreter:innen beurteilt die Leistungen anhand vordefinierter Kriterien. Das Institut für Verhaltensökonomie konzipiert und realisiert ACs nach den modernden Anforderungen der DIN 33430 (Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik).

Wie bei allen Institutsleistungen liegt der Fokus gleichsam auf der Einhaltung wissenschaftlicher Gütekriterien und auf der Konformität mit dem eigenen Menschenbild. Konkret heißt das, dass ein vom IfVoe durchgeführtes Assessment Center nicht nur methodisch fundierte, messbare und wiederholbare Ergebnisse liefert, sondern gleichzeitig die einzelnen Teilnehmenden als Menschen nicht vernachlässigt. Daher steht es im Vordergrund des ACs, die Teilnehmenden in verschiedenen praxisnahen Situationen kennenzulernen, nicht, ihnen unnötig Stress zu verursachen. Diesem Menschenbild folgt auch das Prinzip, das AC für sämtliche Beteiligten lohnend zu gestalten: Auch abgelehnte Teilnehmende erhalten ein professionelles Feedback und somit auch ein abschließend positives Bild der ausschreibenden Organisation. Die Organisation selbst profitiert von einer nachhaltigen, qualitativ hochwertigen Auswahl mit optimaler Passung zum Stellen- und Organisationsprofil.

Schauen Sie sich gern auch unseren Blog-Artikel an, in dem wir Ihnen mehr über die entscheidenden Vorteile dieser Auswahlmethode verraten.

Typischer Ablauf

1. Vorauswahl

Die Auswahl der AC-Teilnehmenden erfolgt entweder durch das IfVoe selbst oder durch die ausschreibende Organisation, bspw. anhand von (telefonischen) Interviews oder per Online-Diagnostik. Vorab wird festgelegt, wie viele Teilnehmenden zum Assessment Center zugelassen werden sollen und in welchem zeitlichen Rahmen es stattfinden wird. Üblich sind ACs über zwei bis drei Tage mit drei bis fünf Teilnehmenden pro Tag. Dies ist sehr stark abhängig von der Gesamtzahl an Bewerbenden und dem Umfang der Aufgaben und Tests die im Rahmen des ACs absolviert werden sollen.

2. Planung und Vorbereitung

Sofern nicht schon vorab geschehen, wird ein klar an der Stelle ausgerichtetes Anforderungsprofil mit verschiedenen dafür relevanten Dimensionen erstellt. Anhand dessen werden zum Profil passende Übungen und Tests für das Assessment Center zusammengestellt. Mit diesen kann die Kommission während der Durchführung beurteilen, inwieweit die Teilnehmenden das Anforderungsprofil erfüllen und an welchen Punkten ihre Kompetenzen ausgebaut werden müssten.

Beispielhafte Verteilung des Humankapitals bei einer Stelle

3. Durchführung

Je nach Teilnehmendenanzahl kommen Kommission und Teilnehmende an einem oder mehreren Tagen zur Durchführung des Assessment Centers zusammen. Ein:e – in der Regel psychologisch – geschulte:r Moderator:in leitet die Veranstaltung und gibt der Beobachterkommission ein einleitendes Briefing. Die Teilnehmenden absolvieren in vordefinierter Reihenfolge verschiedene Aufgaben in Einzel- oder Gruppenarbeit, während die Kommission ihre Eindrücke auf vorgedruckten Bewertungsbögen dokumentiert. Abschließend erhalten alle Teilnehmenden ein Feedback, bevor die Kommission zusammen mit der:dem Moderator:in zu einer Abschlussrunde (Beobachterkonferenz) zusammentritt.

4. Auswertung

Je nach Organisationsstruktur kann die finale Bewerbendenauswahl direkt nach dem Assessment Center anhand der Ergebnisse daraus erfolgen oder nach Rücksprache mit einem weiteren Gremium. Die Abschlussrunde des ACs gibt die Möglichkeit, mit der:dem Moderator:in zu den einzelnen Teilnehmenden und deren Potenzial Rücksprache zu halten und so eine schnelle Auswahl zu fokussieren.

Rollen während eines ACs

Bei der:dem Moderator:in handelt es sich um eine:n Psycholog:in des IfVoe, die:der über nachgewiesene Kompetenzen im Bereich der Personalauswahl verfügt. Die:der Moderator:in führt die Teilnehmenden und die Kommission durch die Veranstaltung, gibt Feedback und ist Ansprechperson bei Rückfragen.

Die Kommission setzt sich aus verschiedenen organisationsspezifischen Mitarbeitenden zusammen (z.B. Personalverantwortliche, Team- oder Abteilungsleitende etc.). Sie bewertet die Teilnehmenden anhand des definierten Anforderungsprofils, beeinflusst sie aber nicht während des ACs. Vor Beginn der Veranstaltung wird die Kommission von der:dem Moderator:in geschult und erfährt, wie man sich am besten während des ACs verhält und wie eine objektive Bewertung gewährleistet werden kann.

Je nach Art der Organisation kann es weitere  Kommissionsmitglieder die oftmals nicht an der Bewertung der Teilnehmenden mitwirken und lediglich beobachtende Funktion haben. Dies können beispielsweise die Gleichstellungsbeauftragten der Organisation oder Mitglieder von Interessensvertretungen wie dem Betriebsrat sein.

Eine oder mehrere Assistenzen unterstützen die:den Moderator:in bei Backoffice-Aufgaben, Rollenspielen, Gruppenaufgaben oder ähnlichem. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf, bereiten Aufgaben vor und betreuen die Teilnehmenden während diese nicht vor der Kommission sind.

Die Teilnehmenden absolvieren die Aufgaben und Übungen anhand eines vorgefertigten Zeitplans. Dabei werden Gruppenaufgaben und Präsentationen direkt vor der Kommission absolviert, Einzelübungen unter Beaufsichtigung durch die Assistenz in stiller Einzelarbeit. Alle Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, sich nach Ende der Veranstaltung ein Feedback von der:dem Moderator:in abzuholen.

Rollenspiele sind gern genutzte AC-Bestandteile, um die Teilnehmenden in einer möglichst authentischen, praxisnahen Situation beobachten zu können. Zu diesem Zweck nehmen Rollenspieler:innen an den ACs teil, die die Rollenspiele gemeinsam mit den Teilnehmenden absolvieren.

Das Institut für Verhaltensökonomie greift hierbei in der Regel auf professionelle Schauspieler:innen zurück.

Typische AC-Inhalte

Anforderungen an Führungskompetenz, persönliche, soziale oder methodische Fähigkeiten werden anhand verschiedener Übungen und Tests geprüft. Typische Übungen sind unter anderem:

Präsentationen

Präsentationsaufgaben dienen dazu, dass die Teilnehmenden entweder sich selbst oder die Ergebnisse einer zuvor gelösten Aufgabe vor der Kommission darstellen. Dabei können sie unter anderem methodische Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten beweisen.

Gruppenaufgaben

Bei Gruppenaufgaben werden die Teilnehmenden aufgefordert, gemeinsam mit einer Kleingruppe vor den Augen der Kommission eine Problemstellung zu bearbeiten. Meist ist die Lösung nur durch Kooperation möglich, sodass die Teilnehmenden sowohl methodische Kompetenz als auch Teamfähigkeit anwenden müssen.

e-Testing-Verfahren

Bei digital absolvierten Tests können je nach Anforderungsprofil z.B. Kompetenzen wie Logik oder Problemlösungsfähigkeit mit wissenschaftlich vergüteten Verfahren nachgeprüft werden.

Interview

In einem Adaptiven Interview können die individuellen Stärken und Schwächen der Teilnehmenden, ihre Kommunikationsfähigkeit sowie ihre Fachkompetenz näher beleuchtet werden.

Online-AC

Wenn gewünscht oder erforderlich können sämtliche Bestandteile eines Assessment Centers auch online durchgeführt werden. Ablauf, Rollen und Inhalte sind dabei weitgehend identisch. Mehr zu den Vorteilen eines Online-ACs, wie bspw. die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit oder Vermeidung von persönlichen Kontakten, lesen Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema.